IMMER WIEDER NEU
Die bayerisch-böhmische Grenze gilt als eine der ältesten und stabilsten Europas. Dennoch blieben die Grenze und die Regionen beiderseits keineswegs unverändert. Sie wurden immer wieder neu und anders gedacht, erhielten neue Labels und veränderten den Alltag. Als Linie im Raum war und ist die Grenze eine Realität – mit mehr oder weniger harten Auswirkungen auf ihre Umgebung und die Menschen.
Auf dieser Webseite entsteht eine zweisprachige Onlineausstellung. Sie wird sich mit den wiederholten Neuerfindungen der Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert beschäftigen – von der ideologischen Aufladung als „Bayerische Ostmark“ oder als „Sudetenland/Sudety“ über die Umdeutung als „Zonenrandgebiet“ und „pohraničí“ (tschechoslowakisches Grenzgebiet nach 1945, vor allem im Sozialismus) bis hin zum rebranding als „Mitte Europas“ oder „Grünes Band“.
Die Ausstellung wird zeigen, wie die Grenze immer wieder neu gedacht und mit Alltagsgegenständen, Erzählungen, Denkmälern, Ritualen, Symbolen oder der Gestaltung der Landschaft zur Realität wurde.
Wie gingen und gehen die Menschen mit diesem Fakt der Grenze im Alltag um – damals wie heute? Wie haben die, die hier leben, herrschen, durchreisen oder Urlaub machen, ihre Region (mit)gestaltet, die Grenze ertragen, mitgetragen, verfestigt oder überwunden?
DIE GRENZE UND SIE
Die Grenze ist eine Tatsache, zugleich hat sie eine menschliche Dimension. Sie wird von uns allen gelebt und lässt gewisse Zwischenräume zu.
Deswegen interessiert sich das Projekt besonders auch für Ihre persönlichen Geschichten zur Grenzregion, ihrer Geschichte, Gegenwart und Zukunft.
Welche Erfahrungen, Erinnerungen und Erwartungen, welche Erzählungen, Objekte und Symbole verbinden Sie mit dieser Gegend? Gemeinsam wollen wir sichtbar machen, dass die Grenzregion im Alltag weitaus vielfältiger und vielleicht auch überraschend anders erlebt und gelebt wird, als es offizielle Visionen und Narrative zunächst vermuten lassen. Denn regionale Identität wird von uns allen geprägt – damals, jetzt und in der Zukunft.
VERANSTALTUNGEN
Bei Erzählcafés können Sie Ihre Perspektiven mit uns teilen und zur Onlineausstellung beitragen. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltungen werden gedolmetscht. Hier geht es zu den Terminen:
VIELFACH VERNETZT
Das Projekt macht vorwiegend den ländlichen Raum entlang der bayerisch-böhmischen Grenze zum Thema.
Die Onlineausstellung soll dabei nicht für sich alleine stehen, sondern vielfältige Schnittstellen und Zugangstore erhalten – analoge in Museen sowie an Erinnerungsorten der Region und digitale über Social Media-Kanäle.
Auch die Ausstellung selbst soll verschiedene Zugangswege aufweisen und Vernetzungen aufzeigen: Interessieren Sie sich für eine Zeitschicht im Besonderen oder wollen sie die Grenzregion anhand von Themen erkunden und Symboltieren oder der Tourismusgeschichte in der Region folgen?
PROJEKTHINTERGRUND
Das dreijährige Vermittlungsprojekt wird vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat im Rahmen der Heimat-Digital-Regional-Förderrichtlinie gefördert. Durchgeführt wird es von der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Erinnerungskultur (ZE) der Universität Regensburg.
Dabei kooperiert das Projektteam mit einem breiten Netz an weiteren regional verankerten Partnereinrichtungen in Oberfranken, der Oberpfalz und Niederbayern sowie den Kreisen Karlsbad, Pilsen und Südböhmen. Darunter sind Gebietskörperschaften und universitäre Einrichtungen ebenso wie Museen, zivilgesellschaftliche Initiativen und Vereine.
Die Vorarbeiten zum Projekt im Rahmen von ZE-Vorstudien zur „Bayerischen Ostmark“ und zum „Grünen Band“ wurden durch zusätzliche einmalige Mittel des Bayerischen Landtags (Fraktionsinitiative) ermöglicht.